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... oder warum fehlende Untersuchungen der Eltern vor Zuchteinsatz das Leben der Nachkommen negativ beeinflussen können ...

Gewidmet unserem Goldbären Forestsprite Charly (11. Mai 1996 - 03. Dezember 2005)
und all seinen Freunden + Verwandten auf der anderen Seite der Regenbogenbrücke !

...schnuff, schnuff, schnuff ...

Oh, DU bist ja schon da. Ich habe gehört, daß du Dich zum Thema Gesundheit etwas informieren willst, weil du deine Familie um eine Samtpfote erweitern möchtest. Das letzte Mal ist vielleicht schon etwas her oder du hast noch nie die Möglichkeit gehabt, einem Haustiger ein Zuhause zu bieten? Ach, und du hast gehört, daß inzwischen die Veterinärmedizin viel mehr Möglichkeiten hat, Erbkrankheiten zu diagnostizieren, weißt aber nicht wirklich, was da wichtig für Dich und vor allem natürlich für dein neues Familienmitglied in spe sein könnte?

Dann bist du hier bei mir und meinen Freunden und Verwandten genau richtig!

© Forestsprite Peggy (III)


Hubs, entschuldige - es ist das erste Mal, daß meine Dosenöffner (auch Dosis oder Stefanie und Dirk genannt) mir so eine verantwortungsvolle Aufgabe übertragen - ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt: Mein Name ist Forestsprite Peggy und vielleicht können wir ja gemeinsam etwas Licht in die Sache bringen! Meine Dosis sind der Meinung, ich bin für diese Aufgabe wie geschaffen - ich habe auch eine Ahnung warum ...

 


Aber beginnen wir doch noch mal ganz am Anfang: Gesundheit - eine Selbstverständlichkeit ?!

Das wäre natürlich schön, aber die Wirklichkeit sieht leider oft ganz anders aus ...

Genauso wenig wie Menschen garantieren können, daß der erwartete eigene Nachwuchs 100%ig gesund ist, genauso wenig ist es Züchtern bei Katzen möglich. Eine Gesundheitsgarantie fürs ganze (Katzen)-Leben kann kein Züchter geben.

Aber einige Vorsorgeuntersuchungen sind möglich und sollten auch von den entsprechenden Fachtierärzten gemacht werden. Zum Beispiel gibt es Krankheiten, die von den Eltern an die Kitten vererbt werden können. Und verantwortungsvolle Züchter werden ihre Zuchtkatzen grundsätzlich vor jedem Termin zur Familienplanung (Menschen sagen dazu, glaube ich, Zuchteinsatz) gründlich untersuchen lassen.

Bei mir wurde das auch so gemacht: meine Dosis haben erst einmal meine Hüften röntgen lassen. Wieso möchtest du gerne wissen ? Hüftgelenksdysplasie (HD) gehört zu den sehr schmerzhaften Erkrankungen, die von den Eltern auf die Kittern vererbt werden können. Eigentlich sollten die Ergebnisse an die Orthopedic Foundation For Animals weitergeleitet werden zur Beurteilung. (Dort werden die Ergebnisse auf Wunsch veröffentlicht, so daß interessierte Katzenbesitzer prüfen können, wie die Hüften der Verwandtschaft ihrer Mietze beurteilt worden sind). Aber leider stellte es sich im Zuge der weiteren Untersuchungen an diesem Tage heraus, daß mir mein Papa Silvermew Bobby ein unfreiwilliges Geschenk gemacht hat (das ich noch nicht mal haben wollte!): er hat mir - und mehreren meiner Geschwister - einen viel zu engen Tränen-Nasen-Kanal vererbt. Letztendlich durfte ich deswegen keine Familie gründen - meine Dosis waren der Meinung, daß es schlimm genug wäre, daß ich so oft tränende Augen hätte und mich nicht zu selten anhören würde wie die Ameisenbärin Elisa des Rosaroten Panthers.

Na, ahnt ihr es schon: das "... schnuff, schnuff, schnuff ..." bin ich ...

Wichtig ist auch eine Untersuchung des Herzens, die von einem erfahrenen Kardiologen gemacht werden sollte. Warum extra durch einen Kardiologen - der Haustierarzt könnte das doch bestimmt auch, fragst du dich? Na ja, wie soll ich es sagen: wenn du erfährst, daß jemand aus deiner Verwandtschaft Herzprobleme hat oder in deiner Familie bekannt ist, daß öfter eine bestimmte Erbkrankheit aufgetreten ist, wirst du auch direkt zum Facharzt gehen, weil du dir eine sichere Diagnose wünschst. (Und ggf. regelmäßige Kontrolluntersuchungen vereinbaren, weil eine früh diagnostizierte Erkrankung größere Chancen auf erfolgreiche Behandlung hat.) Und das sollte man bei Katzen genauso halten: ein empfehlenswerter Kardiologe hat das entsprechende Wissen durch zusätzliche Ausbildung erworben, bildet sich regelmäßig weiter und legt Wert auf den Austausch mit Kollegen des gleichen Fachgebietes. Außerdem ist er durch die regelmäßige Anwendung seines erlernten Spezialwissens viel routinierter im erkennen von Herzproblemen als sein Kollege, der in seiner Kleintierpraxis im Verhältnis viel seltener eine Katze mit Herzproblemen vorgestellt bekommt.

Ob denn nicht auch einfach ein Gentest auf HCM ausreicht, um die Gesundheit des Herzens zu bescheinigen? © Forestsprite Gilly
Nein, auf gar keinen Fall! Fragt mal Brummhilde [Forestsprite Gilly], mit der ich zusammenlebe ...

Ihr HCM-Gentest Ergebnis lautet N/N (festgestellt am 30.11.2006 durch LABOKLIN)
= das bedeutet, daß sie nicht die Mutation im MYBPC-Gen trägt.

ABER SIE IST TROTZDEM HERZKRANK!

Sie hat eine Aortenstenose und ihre anderen Herzwerte wurden als equivocal (grenzwertig)
eingestuft (Stand: 29.11.2006).

Es hätte aber auch genauso gut eine Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) festgestellt werden können, weil der Gentest eben zum aktuellen Zeitpunkt nur eine einzige Mutation abdeckt und die Kardiologen damit rechnen, daß es - genau wie beim Menschen - noch viele andere (bisher nicht identifizierte) Mutationen geben wird.

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, daß Gilly auch persönlich die Erfahrung gemacht hat, daß ein normaler Tierarzt eben nicht unbedingt versiert genug ist, um zu dem gleichen Ergebnis zu kommen wie ein "richtiger" Kardiologe? Sie ist nämlich im Februar 2004 von einer normalen Tierärztin in Bremen schon einmal mit Verdacht auf eine Herzkrankheit untersucht worden - und für gesund befunden worden ... Es reicht also nicht aus, die notwendigen Geräte zu haben, man muß die Ergebnisse, die man sieht und hört, eben auch identifizieren können. Und eine Aortenstenose hätte eben auch damals schon festgestellt werden können.

Für Gilly ist es ziemlich egal, was für eine Herzkrankheit sie nun hat: unser Kardiologe sagte nämlich, daß nicht nur bei HCM sondern auch bei Aortenstenose die Möglichkeit besteht, den Plötzlichen Herztod (die amerikanische Verwandtschaft sagt "Sudden Death" dazu) zu sterben. Und das ist noch nicht alles: vererbar sind beide Krankheiten auch. Gott sei Dank hat Gilly selber nie Nachwuchs gehabt - aber wenn du jetzt trotzdem mal gucken willst, ob die Samtpfote, mit der du dein Leben teilen möchtest, mit Gilly verwandt ist, dann hast du u. a. die Möglichkeit in der [Maine Coon Database] nachzusehen; dann jede beliebige Katze in dem Stammbaum mit einem Mausklick anwählen und auf Offspring - darunter werden die Nachkommen aufgelistet - klicken. Dort ist inzwischen bei vielen Coonies an den Stammbaumdaten ein Gesundheitsdatensatz (zu erkennen an einem H wie Health = Gesundheit) angehängt: er enthält bei Katzen unserer Rasse Infos über die Ergebnisse von Herz- und Hüftuntersuchungen. Aber es nehmen inzwischen auch diverse andere Rassen an [Gesundheitsprogammen] teil.
Unsere Dosenöffner finden diese Arbeit sehr wichtig, deshalb werdet ihr auch die Ergebnisse unserer Herzuntersuchungen demnächst dort finden. Ehrlich, darauf bin ich ganz schön stolz: Gilly und ich werden dann die ersten Forestsprite-Katzen sein, die dort mit einem Health-Anhang versehen sind. Ihr fragt euch, wieso wir trotz Gillys Untersuchungsergebnis darauf stolz sind? Das Ergebnis macht uns traurig, aber indem wir unser Wissen teilen, kann daraus trotzdem etwas gutes entstehen! Und wer weiß? Vielleicht hilft Gilly jetzt ja unseren Dosenöffnern, bei anderen Menschen den Wunsch zu wecken, daß sie ihre (Maine Coon) Katze schallen lassen wollen?

Ach ja, du hattest ja noch gar keine Maine Coon! Und du hast jetzt Zweifel, weil du jetzt weißt, daß einige von uns an Herzkrankheiten leiden? Deshalb bist du jetzt doch am Überlegen, vielleicht lieber eine andere Rasse oder gleich eine Samtpfote ohne Personalausweis ein zuhause anzubieten? Das wird Dich leider nicht weiter bringen: denn Herzkrankheiten kommen nicht nur bei Maine Coons vor, sondern auch Hauskatzen und andere Rassen sind davon betroffen.

Deshalb plädieren wir an Dich: Du hast jetzt in diesem Moment die Möglichkeit viel für dein zukünftiges Kätzchen und eure gemeinsame Zukunft zu tun. Schließlich wünscht du dir eine lange unbeschwerte gemeinsame Zeit. Wer würde das nicht tun!
Und du hast jetzt tatsächlich die WAHL!

Bitte nutze sie gut: wähle dein Kätzchen nur bei einem verantwortungsvollen Züchter aus, der Vorsorgeuntersuchungen machen lässt, diese auch regelmäßig wiederholt, und der Katzen mit Erbkrankheiten aus der Zucht nimmt. Lasse dir die Untersuchungsergebnisse zeigen. Und frage den Züchter auch, ob er es als Selbstverständlichkeit ansieht, die Besitzer von Kitten aus seiner Cattery zu informieren, wenn später eben doch auch einige seiner Katzen nicht von Erbkrankheiten oder Sekundentod (Sudden Death) verschont bleiben sollten.

Weißt du noch: niemand kann dir eine lebenslange Gesundheitsgarantie für ein ganzes (Katzen)-Leben geben.
Aber du kannst deinen Teil dafür tun, daß Gesundheit wieder viel selbstverständlicher wird.

Deine Samtpfote wird es dir danken!

Liebe Grüße
Forestsprite Peggy (Motte)


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Last Update = Letzte Aktualisierung:
2010-05-08